In diesem Monat ist nicht ein Hessenpferd zum Hessenpferd des Monats gekürt worden,
sondern ein ganzes Gespann: Frank Kunz, einer der erfolgreichsten deutschen
Viererzugfahrer, fährt vor allem Hessenpferde aus väterlicher Zucht. So stellte Josef
Kunz, Elbtal, mit den von seinem Sohn gefahrenen Hessenpferden in der hessischen Top
Ten-Liste 1999 der Fahrpferde sechs der zehn erfolgreichsten Fahrpferde aus hessischer
Zucht: den elfjährigen Sokrates (Sandokan - Raphael), den 13jährigen West-Point
(Wedemark - Raphael), die zehnjährige Sarah (Sandokan - Raphael), die
zwanzigjährige Istella (Imperial - Arnost) und ihre drei Jahre ältere
Vollschwester Isabell und die siebenjährige Whitney (Westerwald - Duralin
I).
In diesem Jahr ins Erfolgsgespann hinzugekommen ist der erst fünfjährige
Hessenwallach Aramis (Anlou - Sandokan) ebenfalls aus der Zucht von Josef Kunz. Auf ihn
sind Vater und Sohn Kunz besonders stolz, denn so Frank Kunz, "Er ist mein bestes
Pferd. Ich hatte mich an Ostern entschieden, ihn mit ins Gespann für die WM-Sichtungen zu
nehmen. Obwohl erst fünfjährig ist er in der Dressur schon jetzt mein bestes Pferd. Im
Gelände habe ich ihn dieses Jahr noch nicht eingesetzt. Dazu ist er noch zu jung. Aber
schon jetzt kamen viele Anfragen, ob ich ihn verkaufen würde."
Für Frank Kunz war die Saison 2000 äußerst erfolgreich. Bei der ersten WM-Sichtung
wurde er Elfter, bei der zweiten WM-Sichtung Siebter, mit einem Dritten Platz bei der
Deutschen Meisterschaft in Donaueschingen sicherte er sich endgültig seine Nominierung
für die Vierspänner-WM in Wolfsburg. Dort belegte er Rang 22. Ohne zwei abgeworfene
Kegel im Hindernisfahren hätte es sogar Platz 15 werden können. Krönender Abschluß der
Saison war Platz drei beim internationalen Deutschen Fahrderby Mitte September in
Landsstetten. Vor dem auf Freizeitkleidung spezialisierten Textilkaufmann kamen nur noch
Christoph Sandmann und der US-Amerikaner Chester Weber. Immer dabei im Gespann waren
Aramis, Whitney und Sokrates. Grund zum Feiern gab es im Hause Kunz allerdings auch im
Oktober, als Frank Kunz, der das Goldene Fahrabzeichen sowohl im Zwei- als auch im
Vierspännerfahren erworben hat, die Prüfung zum Amateurfahrlehrer bestand.
Begonnen hatte alles 1982, als Vater Josef mit der damals dreijährigen Mutter von
Istella und Isabell sein erstes Pferd kaufte. Heute sind bereits die Enkeltöchter der
Finesse, die 27 wurde und elf Fohlen gebracht hatte, in der Zucht. Frank Kunz, 34, begann
als Zweispänner-Fahrer, wurde 1989 Deutscher Meister in dieser Disziplin und nahm zweimal
an Weltmeisterschaften teil. Seit 1990 fährt er auch Vierspänner, seit sieben Jahren
überwiegend. Wolfsburg war die erste WM-Teilnahme in der Krone des Fahrsports. Mit der
tatkräftigen Unterstützung nicht nur seiner Eltern sondern auch seiner beiden Schwestern
Kirsten und Stefanie und seinen Hessenpferden im Gespann hofft er auch in Zukunft weiter
von Erfolg zu Erfolg zu fahren.